Arbeitslosigkeit unter Akademikern

„Akademiker plötzlich in Job-Not“ titelt die Bild und schreibt „Plötzlich trifft die Krise auch Akademiker. Die Arbeitslosigkeit ist derzeit auf einem Höchststand.“

Screenshot von BILD.de, Quelle:
https://www.bild.de/politik/inland/arbeit-in-diesen-berufen-sind-immer-mehr-akademiker-ohne-job-692f5cac8e5be81710cb8354

Müssen Akademiker also Zittern?

Die Bild übertreibt gerne – andere Medien allerdings auch. Die Meldung über die stark gestiegene Akademikerarbeitslosigkeit wurde mir mehrfach in den Newsfeed eingespielt. Zurückzuführen ist die Nachricht auf einen Online-Bericht der Bundesagentur für Arbeit zu Akademikern.

Im Vergleich zu den letzten zehn Jahren ist die Arbeitslosigkeit unter Akademiker stark angestiegen, allerdings von einem sehr niedrigen Niveau, was die Aussagen relativiert.

Quelle: Online-Bericht: Akademiker/-innen – Allgemeiner Teil; Bundesagentur für Arbeit, Link:
https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/AkademikerInnen/Allgemeiner-Teil/1-7-Arbeitslosigkeit.html?templateQueryString=Akademiker

Interessanterweise titelt auch die Agentur für Arbeit „Arbeitslosenzahl erreicht neues Hoch“ und schreibt alarmierend: „2023 und 2024 nahm die Arbeitslosenzahl im Zuge der Konjunkturschwäche erneut kräftig zu. So waren 2024 durchschnittlich 290.000 Personen mit akademischem Abschluss arbeitslos. Das waren 47.000 mehr als im Vorjahr und so viele wie in den letzten zehn Jahren nicht. Der Anstieg fällt prozentual mit 19 Prozent deutlich stärker aus als die Zunahme der Arbeitslosigkeit insgesamt, die um 7 Prozent gestiegen ist.“

Quelle: Online-Bericht: Akademiker/-innen – Allgemeiner Teil; Bundesagentur für Arbeit, Link:
https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/AkademikerInnen/Allgemeiner-Teil/1-7-Arbeitslosigkeit.html?templateQueryString=Akademiker

Nachfolgend wird die Aussage relativiert:

  • Vollbeschäftigungsniveau
  • Akademiker seltener arbeitslos als andere Qualifikationsgruppen
  • die Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten sind gestiegen
  • Akademiker sind im Mittel kürzer arbeitslos als Personen mit geringerer formaler Bildung

Ist der Alarmismus gerechtfertigt?

Ich denke nicht. Auch wenn die wirtschaftliche Perspektive für Deutschland in den nächsten Jahren eher mau ist. Viele Angestellte werden in Rente gehen und Lücken hinterlassen, die gefüllt werden müssen. Wird KI diese Lücken füllen? Einige vielleicht, die Mehrzahl wahrscheinlich nicht. Ich denke, dass Massenarbeitslosigkeit unter Akademikern auch in Zukunft kein Thema sein wird. Die anständige Bezahlung und der Job-Match hingegen schon. Akademiker sind abwärtskompatibel. Wenn es zu wenig Jobs für Akademiker gibt, haben sie die Möglichkeit, unter ihrem Qualifikationsniveau nach Arbeit zu suchen. Das klassische Beispiel sind Geografen, Ethnologen, Germanisten etc., die als Taxifahrer arbeiten. Die haben zwar einen Job, der ist aber für ein Hochschulstudium schlecht bezahlt und passt auch thematisch nicht. Bildung schadet nicht. Es stellt sich allerdings die Frage, ob wir mittlerweile nicht zu viele Akademiker haben und eine hohe Akademikerquote so erstrebenswert ist; insbesondere, wenn im Handwerk der Nachwuchs fehlt. Interessant finde ich im Zusammenhang mit KI, dass manche Berufe, die vor ein paar Jahren noch als sicher und attraktiv galten, heute stark infrage gestellt werden. Der Arbeitsmarkt ist im Wandel. Das war schon früher so.



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